Nach dem Unterricht

Der Unterricht findet hauptsächlich am Vormittag oder bei den Intensivkursen und Kombinationskursen auch am frühen Nachmittag statt – danach ist der Tag aber noch nicht zu Ende.

Am Nachmittag bieten wir ein umfangreiches Programm an kulturellen und vergnüglichen Aktivitäten an, um die Stadt und die Sehenswürdigkeiten sowie die italienische Kultur unter verschiedenen Aspekten kennen zu lernen.

Die Studenten können, wenn gewünscht, an den Aktivitäten teilnehmen, sie sind aber auch frei, die Stadt selbstständig und je nach persönlichen Interessen zu erkunden.

Jeweils am Montag empfehlen wir den neuen Studenten, am Willkommenstreffen teilzunehmen, um den Aufenthalt in Florenz dank den praktischen Informationen zur Stadt und der Schule einfacher und angenehmer zu gestalten.

Alle vier Wochen schlagen wir ein neues Programm vor mit Museumsbesuchen, thematischen Spaziergängen im historischen Zentrum oder auf den umliegenden Hügeln, Seminaren zur Geschichte, Kunstgeschichte, Literatur, Sprache, Traditionen, Musik, Theater, Sprachvertiefung oder Film. Wir organisieren auch Yogalektionen, gemeinsame Abendessen in Pizzerien, Aperitivs, Kochlektionen und vieles mehr.

An den Samstagen finden Exkursionen in andere Städte in der Toskana (Siena, Pisa, Lucca, Arezzo…), ins Chianti-Gebiet oder ans Meer statt.

Alle Aktivitäten werden von unseren Dozenten betreut, welche je nach Präferenzen und Interessen Themen für Nachmittagsseminare oder andere Aktivitäten vorschlagen, um das Lernprogramm und die Italienischkenntnisse zu bereichern und zu vertiefen.

Die Lehrpersonen welche die Ausflüge zu Museen und Sehenswürdigkeiten begleiten, sind allesamt auch Stadtführer und haben eine langjährige Erfahrung in Kunstgeschichte.

Die Seminare, Filme und Spaziergänge sind im Kurspreis inbegriffen; für die Museumseintritte, die Fahrtkosten sowie die gemeinsamen Mittag- und Abendessen fallen jedoch entsprechende Kosten an.

Nicht nur die Sprache also: Während des Sprachaufenthaltes in Florenz kann man vollumfänglich in die Stadt, die Geschichte und Traditionen eintauchen und bei gemeinsamen Abenden in Bars oder Pizzerien die Stadt und die Einheimischen kennen lernen.

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Muster-Aktivitätenprogramm

Erste Woche

Montag: Willkommen in Florenz - Praktische Informationen zur Schule und Florenz für die neuen Studenten

Dienstag: Film in italienisch mit italienischen Untertiteln

Mittwoch: Panorama-Spaziergang zum Piazzale Michelangelo und der Besuch der Basilica di San Miniato al Monte

Mittwochabend: Kochlektionen - wir kochen und essen gemeinsam zu Abend

Donnerstag: Besuch der Galleria degli Uffizi: Italienische Gemälder von Giotto bis Caravaggio

Freitag: Yoga Lektionen

Samstag: Exkursion nach Siena. Rückkehr nach Florenz am Nachmittag.

 

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Zweite Woche

Montag: Willkommen in Florenz - Praktische Informationen zur Schule und Florenz für die neuen Studenten

Dienstag: Degustation von toskanischem Wein und typischen Produkten in einem Weinkeller

Mittwoch: Seminar zu den italienischen Gesten

Donnerstag: Stadttour im historischen Zentrum - auf Entdeckungsreise der Geheimnisse und Legenden der Stadt

Donnerstagabend: Gemeinsames Abendessen in einer Pizzeria

Freitag: Seminar zur Literatur: Dante und die Divina Commedia

Samstag: Exkursion nach Pisa. Rückkehr nach Florenz am Nachmittag.

 

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Dritte Woche

Montag: Willkommen in Florenz - Praktische Informationen zur Schule und Florenz für die neuen Studenten

Dienstag: Film in italienisch mit italienischen Untertiteln

Mittwoch: Besuch der Basilica di Santa Croce

Mittwochabend: Kochlektionen - wir kochen und essen gemeinsam zu Abend

Donnerstag: Besuch der Galleria dell'Accademia

Freitag: Yoga Lektionen

Samstag: Exkursion nach Greve im Chianti-Gebiet und zum Castello di Montefioralle mit Weindegustation. Rückkehr nach Florenz am Nachmittag.

 

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Vierte Woche

Montag: Willkommen in Florenz - Praktische Informationen zur Schule und Florenz für die neuen Studenten

Dienstag: So ein Theater - Wir lernen italienisch mit Theatertechniken. Thema: Der Geschmack.

Mittwoch: Besuch der Bardini und Boboli Gärten

Mittwochabend: Nachtrundgang im Palazzo Vecchio mit den "Quartieri Monumentali" und der tollen Aussicht auf dem Wachturm

Donnerstag: Seminar Italienisch mit Liedern

Freitag: Besuch im Nuovo Museo dell'Opera del Duomo

Samstag: Exkursion nach Lucca. Rückkehr nach Florenz am Nachmittag.

 

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Geschichte von Florenz

Die Geschichte in Kürze

Mit dem lateinischen Namen Florentia wurde die Stadt als römische Kolonie im Jahr 59 vor Christus auf den Überbleibseln einer etruskischen Siedlung gegründet. Die Hauptachse Cardo Maximus befand sich auf den aktuellen Gassen Via del Corso, Via degli Speziali und Via Strozzi, der senkrecht verlaufende Decumanus auf der Via Roma und Via Por Santa Maria, während sich das Forum auf der heutigen Piazza della Repubblica befand.

Dank der strategisch guten Lage am Fluss Arno und der Via Cassia, wurde die Stadt im imperialen Zeitalter ein wichtiges kaufmännisches und handwerkliches Zentrum.

Nach dem Fall des römischen Reichs fielen die Barbaren, Byzantiner und Goten in die Stadt ein und sie wurde von den Longobarden und Franken erobert.

Um das Jahr 1000 erlebte die Stadt trotz der unzähligen Kriegen und Kämpfen (auch innerhalb der Stadt) einen langsamen aber kontinuierlichen Aufschwung, so dass sie im 13. und 14. Jahrhundert die volle wirtschaftliche, soziale, politische, kulturelle, städtebauliche und künstlerische Grösse erreicht hat.

Im 1183 bildeten sich freie Kommunen und bereits Anfang 1200 standen die wichtigsten Familien dieser Zeit in Konflikt, da sich aufgrund der Vorherrschaft und politischen Macht zwei Parteien bildeten – die Guelfi und die Ghibellini - welche sich innerhalb und ausserhalb der Stadtmauern bekämpften.

Um das Jahr 1300 wurden innerhalb der neuen Stadtmauerrings einige der bekanntesten zivilen und religiösen Gebäude gebaut: Palazzo Vecchio, Basilica di Santa Croce sowie die Kathedralen Santa Maria del Fiore und Santa Maria Novella. Zu dieser Zeit wurden die lokalen Händler immer einflussreicher, was ihre zukünftige internationale Rolle bereits erahnen liess.

Dies waren die Jahre von Dante und Giotto und dank ihrer Kunst, Literatur und Malerei, wurde die fiorentinische Sprache geprägt und konnte sich in Italien durchsetzen.

Die Familie Medici begann ihre Vorherrschaft um das Jahr 1400 und blieben bis zur ersten Hälfte des 1700 an der Macht und prägten die Politik, Wirtschaft und Kunst in Florenz.

Die Renaissance war die Ära des Goldes, in welcher Brunelleschi, Masaccio, Donatello, Botticelli, Leonardo da Vinci und Michelangelo (um nur die Bekanntesten aufzuzählen) mit ihren Werken, den Schönheiten und dem Prestige der Stadt gewachsen sind.

Die Signoria Medicea gab acht auf die Kultur und Kunst sowie einem richtigen und korrekten politischen Programm, insbesondere mit Cosimo il Vecchio und Lorenzo il Magnifico. Im 15. Jahrhundert wurden Arbeiten an den Kirchen San Lorenzo, Santo Spirito sowie Santa Croce wie auch an wichtigen privaten Gebäuden wie dem Palazzo Strozzi, Palazzo Medici und Palazzo Pitti vorgenommen. Weiter wurde die Piazza Santissima Annunziata mit der Eröffnung des Spedale degli Innocenti (dem ersten spezialisierten Kinderheim in Europa) neu gestaltet.

Am Ende des Jahrhunderts wurden die Medici aus der Stadt vertrieben und die Reppublik wurde ausgerufen, wenn auch nur für wenige Jahre (1494 – 1512): In dieser Periode hat Michelangelo den David erschaffen, welcher umgehend als Symbol der fiorentinischen Freiheit ernannt und vor die Tore des Palazzo Vecchios gestellt wurde. Dank der Koalition mit der päpstliche Garde (Leone X und Clemente VII waren Medicis), war es der Familie möglich, die Macht zurückzuerlangen und mit Cosimo dem Ersten wurde Florenz die Hauptstadt des toskanischen Grossherzogtums.

Für die Familie arbeiteten Künstler wie Giorgio Vasari, Agnolo Bronzino, Benvenuto Cellini, Bartolomeo Ammannati, man hat aber auch die Wissenschaft stark vorangetrieben: Die botanischen Gärten von Florenz und Pisa wurden eröffnet und der Domenikanermonarch Egnazio Danti wurde mit der Zeichnung der geografischen Karten des bisher bekannten Landes beauftragt.

Fernando II wird mit dem Namen von Galileo Galilei in Zusammenhang gebracht. Der Grossherzog war Schüler und Beschützer von Galileo, auch wenn er sich den Entscheidungen des Kirchengerichtes nicht widersetzen konnte, welche ihn der Abschwörung und Bannung verpflichtete. Dies konnte ihn aber nicht an seiner Hochachtung und der persönlichen Beziehung hindern. Nach seinem Tod (1642) wurde Galileo in einem angrenzenden Raum in der Kapelle der Medicis in der Basilica di Santa Croce beerdigt, dies bevor er (rund ein Jahrhundert später) ein Grabmal im linken Kirchenflügel der selben Kirche erhielt.

1737 starb Gian Gastone, der letzte männliche Erbe der Medici Familie und die Lorena Familie regierte die Stadt und die Region mit einem aufgeklärten Liberalismus: Petro Leopoldo war der Urheber einiger wichtiger Reformen, unter anderem die im Strafgesetzbuch festgehaltene Abschaffung der Todesstrafe am 30 November 1786.

Nach der kurzen Periode der napoleonischen Besetzung, gefolgt vom Wiederaufbau, wurden Florenz und die Toskana 1860 dem italienischen Königreich angeschlossen.

Zwischen 1865 und 1871 war Florenz die Hauptstadt Italiens und hat in dieser Periode massgebliche Änderungen in der Stadtplanung vorgenommen: Die Mauern wurden mit moderneren Umfahrungsstrassen ersetzt und das antike Zentrum um die Zone der Piazza della Repubblica wurde vollends zerstört, so dass in einem neuen, eleganten Quartier nach dem Vorbild anderer europäischen Städte die ersten Caffè chantant erschienen.

Der zweite Weltkrieg hat riesige Schäden im historischen Zentrum hinterlassen: Sämtliche Brücken wurden zerstört, einzig der Ponte Vecchio wurde gerettet – dies aber auf Kosten der der Via Por Santa Maria und Via Guicciardini.

Aufgrund der angsteinflössenden Überschwemmung des Arnos im Jahr 1966, hat die Stadt einerseits einige nicht zu reparierende Kunstwerke und viele antike Gesetzesbücher der Biblioteca Nazionale Centrale verloren, andererseits war eine enorme Solidarität und Liebe gegenüber Stadt zu spüren: In diesen Tagen sind Studenten aus der ganzen Welt angereist, um den Einwohnern zu helfen, die Strassen, Häuser, Kirchen und Museen von Wasser und Schlamm zu befreien und langsam wieder zur Normalität zurückzukehren.

 

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Traditionen in Florenz

6. Januar: La cavalcata dei Magi

Das Dreikönigsfest ist eines der christlichen Hauptfeste überhaupt: Man gedenkt den Moment in welchem die Heiligen Könige sich beim Jesuskind eingefunden und ihn als König anerkannt haben.

Seit dem fünfzehnten Jahrhundert werden in Florenz drei Paraden in verschiedenen Plätzen der Stadt organisiert, welche sich vor dem Battistero versammeln und Jesus gedenken. Das erste Dokument, welche die Aktivität der Compagnia della Stella (mit dem Hauptziel, das Dreikönigsfest zu organisieren) festhielt, stammt aus dem Jahr 1417.

Heute startet die Parade vom Palazzo Pitti am frühen Nachmittag mit rund 500 Statisten des historischen Umzugs Corteo Storico Fiorentino (aber es nehmen auch historische Gruppen aus anderen italienischen Städten teil). Nachdem der Ponte Vecchio überquert wurde, vereint sich der Umzug in der Piazza della Signoria mit dem Umzug der Repubblica Fiorentina, um dann durch die Via Calzaiuoli bis hin zur Piazza Duomo weiterzugehen, wo die Weihnachtskrippe inszeniert wird.

18. Februar: Anniversario della morte di Anna Maria Luisa de’Medici, Elettrice Palatina

Anna Maria Luisa (11. Juli 1667 bis 18. Februar 1743) war die Letzte des grossherzoglichen Stammes der Medici Familie. Der Frau von Johann Wilhelm (Jan Wellem) II di Wittesbach-Neuburg del Palatinato verdanken wir den immensen Reichtum an Kollektionen, welchen sie beschützt hat und uns daher heute zur Verfügung steht.

Aus Angst dass diese in die Erbschaft des Ehemannes nach Deutschland oder an die neuen Grossherzoge der Lorena Familie gehen würde, hat sie den „Patto di famiglia“ verfasst, mit welchem sie erwirkt hat, dass der gesamte Besitz an die Stadt als unverkäufliches Erbe überschrieben wird. Dank ihr können wir heute in den Museen die weltweit einzigartigen Kunstschätze bestaunen. Der historische Umzug der Repubblica Fiorentina zieht durch die Strassen im Zentrum und deponiert gelbe Blumen (die Lieblingsfarbe der Elettrice Palatina) auf ihrem Grab im Innern der Medici Kappellen.

25. März: Capodanno fiorentino

Der offizielle Kalender, welcher aktuell auf der ganzen westlichen Welt verwendet wird, trat 1582 in Kraft, der Reform von Papst Gregorio XIII folgend. Teil der Kalender-Reformskommission war auch Egnazio Danti, Mathematiker und Astronom sowie Domenikanischer Mönch des Konventes Santa Maria Novella in Florenz. Er war der Urheber der wissenschaftlichen Instrumente, welche wir noch immer an der Fassade der Kirche bewundern können.

Interessanterweise blieb der Grossherzog der Toskana aber mit dem fiorentinischen Kalender verbunden, welcher das Jahr am 25. März (dem Tag der Verkündung) und nicht am 1. Januar startete. Noch heute begrüsst der historische Umzug der Repubblica Fiorentina das Jahr am 25. März. Sie legen den Weg vom Palagio di Parte Guelfa bis zur Basilica della Santissima Annunziata zurück und bringen weisse Lilien als Ehrerbietung zu der Cappella dell’Annunziata. In der Stadt finden auch weitere Events statt.

Der gregorianische Kalender wurde 1750 in Florenz adaptiert mit einem Beschluss von Francesco Stefano di Lorena, dem ersten Grossherzog der Toskana nach dem Ende der Medici Dynastie.

Ostersonntag: Scoppio del carro

Hierbei handelt es sich um eine der ältesten Traditionen der Stadt, welche noch aus der Zeit des Kreuzzuges erfolgt. Der fiorentinische Kapitän Pazzino die Pazzi war der erste, welcher mit blossen Händen die Stadtmauer von Jerusalem erklamm, was den Weg für seine Eroberung öffnete. Hierfür wurde er mit drei Steinsplittern des heiligen Grabes belohnt, welche er nach Florenz gebracht hat und benutzt wurden, das Osterfeuer zu zünden. Symbolisch wurde das Feuer nach der Segnung an Familien weitergereicht, um den heimischen Herd anzuzünden - dies im Gedenken der Auferstehung Christus. Es war die Familie Pazzi, welche den Feuerkarren erbauen liess und so den Grundstein für die heutige Zeremonie legte.

Jedes Jahr am Ostermorgen wird der Karren vom Piazzale del Prato von zwei Paar weissen Kühen und gefolgt vom Umzug Corteo Storico und den Fahnenschwingern bis zur Piazza Duomo gezogen. Dort wird der Karren zwischen der Kathedrale und dem Battistero platziert.

Um 11.00 Uhr zündet man die Zündschnur der Colombina (eine Rakete in Form einer Taube), welche die Feuerwerkskörper auf dem Karren entzündet und symbolisch die Stadt mit Glück segnet.

1. Mai: La maggiolata – Trofeo Marzocco

Der Start des Frühlings war immer ein Moment der grossen Freude in Florenz, der Stadt der Blume. Inmitten von Gesängen, Tänzen, Spielen und Blumendekorationen, dauerten die Feste fast den ganzen Monat Mai an: Das Zentrum des Festes war die Piazza della Signoria, aber die ganze Stadt wurde mit einbezogen.

Noch heute reproduziert Florenz eines der faszinierendsten Spiele dieser Zeit, ein Turnier welches am ersten Tag des Monats Mai ausgetragen wird und fiorentinische Fahnenschwinger gegen solche aus anderen italienischen Städten antreten lässt: Ein farbenfroher und faszinierender Wettbewerb auf der Piazza della Signoria.

Die Trophäe mit Namen Marzocco ist ein Löwe – ein Zeichen der Macht des fiorentinischen Volks.

Juni: Il calcio storico fiorentino

Der Ursprung des Calcio Storicos geht zurück auf die Gründung von Florenz. Es scheint als hätten bereits die Römer ein Ballspiel, genannt Arpastum, erfunden, welches zwei Funktionen hatte: Das körperliche Training der Soldaten und das Unterhalten des Volkes. Während Jahrhunderten hat sich die Tradition gehalten, auch wenn das Spiel angepasst und verändert wurde. Es ist aber auch heute eine der bekanntesten Traditionen in Florenz.

Ein überaus wichtiges Spiel fand am 17. Februar 1530 in der Piazza Santa Croce statt, als Florenz, belagert von den Truppen von Kaiser Carlo V, den Feinden voller Verachtung provozieren und beweisen wollte, dass das Leben innerhalb der Mauern grosses Vergnügen bereitete und problemlos weiterhin stattfand.

Die vier Mannschaften fordern sich noch heute auf der Piazza Santa Croce heraus: Die Grünen von San Giovanni, die Roten der Santa Maria Novella, die Hellblauen von Santa Croce und die Weissen von Santo Spirito.

Sie bestehen aus 27 (Fussball-)Spielern welche in einer oft brutalen Weise aufeinandertreffen, um den Ball über die gegnerische Spielfeldlinie zu tragen und ein Tor („caccia“) zu erzielen; ein halbes Tor („mezza caccia“) wird der gegnerischen Mannschaft gutgeschrieben, wenn der Schuss zu unpräzise über dem Netz landet.

Die Spiele finden im Monat Juni statt und am 24. Juni, am Tag der Festa di San Giovanni Battista (dem Patron von Florenz) findet das Final statt.

In den letzten Jahren hat sich auch eingebürgert, dass zudem am 17. Februar ein Freundschaftsspiel stattfindet.

Die Mannschaften werden vom Umzug Corteo Storico della Repubblica Fiorentina auf das Spielfeld begleitet.

26. Juli: Sant’Anna

Die Feier von Sant’Anna geht zurück auf eine politische Episodie. Im Jahr 1343 befanden sich die fiorentinischen Bankiers (und somit auch die Stadt) in einer grossen ökonomischen Krise, da Eduardo III von England die Darlehen nicht zurückbezahlt hatte. Die Gouverneurs haben daher entschieden, einen ausländischen Bürgermeister ohne Freunde in Florenz zu rufen, welchem die Kämpfe zwischen den Guelfis und den Ghibellinis fremd waren und so unparteiisch keine der Familien bevorzugte.

Es wurde Gualtieri VI di Brienne, Herzog von Athen gewählt, welcher jedoch innert weniger Monate eine herrische und tyrannische Regierung aufbaute. Es dauerte daher nicht lange bis die Florenzer eine Verschwörung aufberiefen, so dass der Herzog von Athen des Todes bedroht am 26. Juli 1343 – am Tag der Sant’Anna – aus Florenz flüchtete.

Zur Ehrung der Heiligen wurde ein Denkmal in der Kirche von Orsanmichele aufgestellt und es wurde zur Gewohnheit, vor ihrem Bild Altarskerzen und Geld zu spenden.

Das Gemälde wurde aber von einem Feuer zerstört und mit der Madonna delle Grazie di Bernardo Daddi ersetzt, welches wir auch heute inmitten der Marmorstrukturen bewundern können.

Noch heute startet der historische Umzug Corteo Storico della Repubblica Fiorentina vom Palgio di Parte Guelfa und geht Richtung Piazza della Signoria, danach zu der Piazza Duomo und endet den Umzug bei der Chiesa di Orsanmichele in der Via Calzaiuoli, wo die Segnung der Altarskerze stattfindet.

10. August: San Lorenzo

San Lorenzo war die erste Kirche in Florenz, welche am 10. August 393 n.Chr. von Sant’Ambrogio geweiht wurde. Das Fest zieht das gesamte Volk mit ein und ist auch dank der kostenlosen Verpflegung ein wichtiger Treffpunkt. Während dem Mittelalter wurden Rindsviertel gebraten, in Stücke geschnitten und dem Volk verteilt: Einige sagen, dass die Bistecca alla Fiorentina dank diesem Fest geboren wurde. In den folgenden Jahrhunderten gab es einige Änderungen, denn am heutigen Fest werden Lasagne und Wassermelonen in der Piazza abgegeben.

An der Messe um 11.00 Uhr nimmt auch der Umzug Corteo Storico della Reppublica Fiorentina teil.

7. September: La Rificolona

In der Kirche der Santissima Annunziata in Florenz wird ein wunderbares Gemälde aufbewahrt, welches noch heute Tausende von Gläubigen anzieht. Am 8. September, während des Festes der Geburt Marias, fand ein Markt statt, welcher bereits am Vorabend von den Bauern vorbereitet wurde, um die Produkte ihres Landes zu verkaufen. Sie nutzten Lanternen aus Papier oder Stoff mit verschiedenen Formen um den Weg zu beleuchten.

Heute sind es insbesondere die Kinder, welche am Umzug von der Piazza Santa Croce bis zur Santissima Annunziata teilnehmen. Sie marschieren in den Gassen der Stadt mit farbigen Laternen mit verschiedensten Formen, genannt Lampions: Man sagt, dass der italienische Name der Lampions „Rificolone“ eine Abwandlung von „Fierucola“, also dem Markt am 8. September, sei.

Vierter Samstag im September: Il Carro Matto

Dieses Fest hängt mit einem der weltweit bekanntesten toskanischen Produkte zusammen: Dem Chianti.

Seit dem Mittelalter wurde der Wein in Korbflaschen auf den Tisch gestellt, handgeblasen von Handwerkskünstlern, mit dem runden und mit Stroh umwickelten Bauch und dem dünnen, langen Flaschenhals.

Im Chianti Gebiet ist der Wein aus Rufina bekannt für die rubinrote Farbe und den lebhaften, robusten Geschmack. Genau aus Rufina erreichen die Stadt seit dem 16. Jahrhundert bereits Pferde mit Schleppkarren mit rund 2000 meisterlich als Pyramide gestapelte Flaschen Rotwein.

Die Karren legen die Gassen der Stadt zurück, um dann in der Piazza Duomo auf den Umzug Corteo della Repubblica Fiorentina zu treffen, wo der Wein gesegnet und der religiösen Autorität übergeben wird. Der Umzug geht dann weiter Richtung Piazza della Signoria mit erneutem Halt bei der Kirche San Carlo in Via Calzaiuoli um dann den Umzug in der Piazza della Signoria mit dem Spektakel der Fahnenschwinger und den Ansprachen der zivilen Autorität der Stadt zu beenden.

30. November: Abolizione della pena di morte

Es war der 30. November 1786 als Pietro Leopoldo di Lorena, Grossherzog der Toskana, die strafrechtliche Reform unterzeichnete, in welcher unter anderem die Todesstrafe abgeschafft wurde.

Zur Erinnerung des wichtigen Aktes, welches die Toskana zum ersten Staat der Welt machte, welcher die Todesstrafe abgeschafft hatte, finden jedes Jahr in der ganzen Region zahlreiche Veranstaltungen statt.

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